Nun die mit Läufern belegte und überdachte Terrassentreppe – ein Luxus, den sich sonst niemand gestattete – hinauf, in den kleinen Gartensaal, der, mit Orangen und Palmen geschmückt und farbig erleuchtet, festlich anmutete. Zu beiden Seiten die Garderoben, in denen die ersten Begrüßungen und das Instandsetzen der Toiletten eine ausgedehnte Zeit in Anspruch nahmen.
Maggie hatte immer darauf gehalten, sich mit den Frauen und Mädchen der Umgegend gut zu stellen; und sie war zufrieden, als man von allen Seiten auf sie zukam, ihr Zärtlichkeiten sagte, Komplimente über ihr Aussehen machte, als der Nachwuchs des Jahres sie enthusiastisch und respektvoll begrüßte und die anderen jungen Mädchen in aller Eile Geschichten zu erzählen und vielerlei zu fragen hatten, – die besonders vertrauten auch nach Gertrud Kurowski, die man gehofft hatte hier anzutreffen.
Maggie antwortete unbefangen in der Lesart ihres Schwagers darauf und ging auf alles andere heiter ein. Sie freute sich »furchtbar« aufs Tanzen, ließ sich von den jungen Herren erzählen, die da waren, tauschte Vermutungen aus, mit wem die oder die den Kotillon tanzen würde, von wem wohl die Marie Röder das große Bukett haben könnte, mit dem sie so geheimnisvoll tat, und gab dann schließlich zum besten, daß sie den vermutlichen Löwen des Abends, Seckersdorf, schon einmal getroffen und ihn sehr nett gefunden hätte.
Da schwirrten denn die Fragen durcheinander. Ob er noch tanzte, ob er gut aussähe, ob er bleiben wollte, ob er unverlobt wäre ...
Maggie gab Auskunft, so gut sie konnte, und meinte, wenn's dazu käme, wollte sie ihn ordentlich ins Gebet nehmen. Dann warf sie noch einen kurzen Blick in den Spiegel, stellte mit Befriedigung fest, daß sie entschieden am besten von allen aussah, und trat siegesfroh in den Gartensaal, wo der Vater sie erwartete.
Sie fuhr ein klein wenig zusammen. Neben ihm stand Seckersdorf.
Er war doch eine prachtvolle Erscheinung, selbst in dem häßlichen Frackanzug. Der Typus des ritterlichen Mannes, ehrenfeste Kraft in jedem Zuge.
Er kam ihr entgegen, und nachdem sie einander und den alten Herrn von Schweitzer begrüßt hatten, der sich dem Vater anschloß, gingen sie zusammen durch den Saal weiter. Beide befangen und schweigend, bis er den Anfang machte und stockend fragte: »Gnädiges Fräulein haben den Rückweg neulich ohne Anstrengung gemacht?«
Nun lachte Maggie. »Natürlich! Aber, bitte, sagen Sie doch lieber einmal ehrlich, was Sie eben dachten.«
»Ehrlich?« Er sah ihr aufrichtig ins Gesicht.