»Damit fängst du mich nicht,« sagte Maggie kurz.

Nun wurde es Gertrud doch zuviel. »Das will ich auch gar nicht,« sagte sie ungeduldig. »Aber ich will tun, was ich kann, um dir diese Torheit aus dem Kopf zu reden. Wenn du dich in Hans verliebt hast, so ist das sehr schlimm; denn du wirst keine Erwiderung finden.«

Maggie fuhr auf. »Nicht? Nun, das wollen wir doch sehen! Wetten?« Mit zuckenden Lippen streckte sie die Hand aus.

»Maggie, bist du denn mit einem Male ganz von Sinnen?« fragte Gertrud, starr vor Schreck. »Ich begreife dich einfach nicht. Vor ein paar Tagen kommst du ganz aufgeregt über Seckersdorfs Treue zu mir und redest eifrig auf mich ein ...«

»Und jetzt hab' ich mir die Sache überlegt,« unterbrach Maggie sie voll Trotz, »und will ihn selbst heiraten.«

»Maggie, vergißt du denn, daß er acht Jahre ...?«

»Nein, nein, nein, es ist ja genug davon die Rede,« erwiderte Maggie zornig. »Aber trotzdem werde ich ihn mir erobern – verstehst du?«

Gertrud drückte ratlos ihre Hände zusammen.

»Maggie, wenn er dich lieb hätte, ich schwöre dir, ich würde dir das große Glück gönnen. Aber ... ich weiß –«

Maggie riß das Fenster auf und atmete tief die kühle, klare Luft ein, die mit einem ganzen Strom von Frische ins Zimmer drang.