Der Oberförster hatte nach längerem Überlegen die offizielle Verwaltung der Romitter Forsten abgelehnt, dagegen für die Aufforstung der verwahrlosten Schläge einen ehemaligen tüchtigen Revierförster empfohlen, der durch ein Disziplinarvergehen brotlos geworden war, seine Sache aber sehr gut verstand. Dem konnte er ab und zu Anweisungen geben und bei Gelegenheit selbst freundschaftlich nach dem Rechten sehen.

Soweit das Wetter es zugelassen hatte, war nun geschlagen und gerodet worden und alles im besten Zuge. Da erkrankte der Verwalter und die gedungenen Taglöhner standen, ohne Ahnung, was weiter tun, da. Seckersdorf schickte einen reitenden Boten und bat um Rat. Das Wetter war klar, ein weicher Wind deutete auf noch länger anhaltende Milde, und die Arbeitszeit mußte wahrgenommen werden.

»Wie wär's, Maggie?« fragte der Oberförster, dem noch am Frühstückstisch der Romitter Brief überbracht wurde. »Hältst du mit? Ich möchte am liebsten heute hin; aber wir marschieren hin und zurück stramm unsere zwanzig Kilometer!«

»Natürlich, Papa, wie immer,« sagte Maggie und streifte Gertrud, die blaß und aufgeregt ihr gegenüber saß, mit einem triumphierenden Blick.

Der Oberförster lächelte verschmitzt und streichelte aufstehend Gertruds Haar. »Ja, das ist eine fesche Margell, die Maggie, – so was konntest du nie.«

»Nein,« antwortete Gertrud, und ihr Blick wurde dunkel, »das konnte ich nie.«

Mit großen, bittenden, fordernden Augen sah sie Maggie an. Aber die achtete nicht darauf. Gertrud hätte aufschreien mögen: »Nehmt mich mit!« Eine heiße Angst preßte ihr Herz zusammen.

»Wir wollen doch sofort den Boten abfertigen, Papa,« sagte Maggie, »damit wir Seckersdorf rechtzeitig an Ort und Stelle finden. Ich werde selbst ein paar Worte schreiben.«

»Du, Mädel, verhau' dich nicht!« warnte der Vater erstaunt. »Briefe schreiben ...«

»Ich tu's ja in deinem Namen, Papa,« widersprach Maggie, setzte sich an das alte Zylinderbureau und warf ein paar Zeilen auf einen dort liegenden Briefbogen.