Der Oberförster war fassungslos. Er hatte den Gedanken an eine Trennung Gertruds und Kurowskis, seit im Hause nicht mehr die Rede davon war, ganz von sich geschoben. Die Leutchen hatten sich eben gezankt, das kam vor, die Gertrud war einmal energisch aufgetreten, das konnte ihr, dem Manne gegenüber, nur nützen, und die Sache würde sich schon einrenken, sobald der Kurowski erst nach Hause kam. Manchmal war's ihm ja durch den Kopf gegangen, daß Gertruds wegen möglicherweise die Partie zwischen Maggie und Seckersdorf nicht zustande kommen könnte; daß Gertrud aber an Seckersdorf festhielt, hatte er nicht geahnt.

Er überhäufte Maggie mit Vorwürfen. Er fand es schamlos, daß sie unter solchen Verhältnissen sich Hoffnungen machte. Sie hätte abzuwarten, ob Seckersdorf kommen würde, wenn Gertrud abgereist wäre. Und daß das auf der Stelle geschähe, sollte seine erste Sorge sein.

Maggie ließ den Vater sich ruhig ausschelten und setzte ihm dann auseinander, was sie sich überlegt hatte.

Kurowski mußte wiederkommen, aber der Weg zu Gertrud sollte ihm nicht allzu leicht gemacht werden. Er würde ja ohnedies einer Scheidung abgeneigt sein, der Jungen wegen, an denen er hing, und auch weil Gertrud die bequemste Frau für ihn war.

Der Oberförster brauste wieder auf, daß er sich auf derartige Hinterhältigkeiten gar nicht einließe. Frau wäre Frau und bliebe es; er dulde keinen Skandal und wolle der Gertrud das klarmachen, sobald er sie sähe.

»Tu' das nicht, Papa,« sagte Maggie, »sonst verfährst du die ganze Sache. Wenn Gertrud und Seckersdorf sich trotzdem einigen, ist alles umsonst, was wir unternehmen. Es kommt darauf an, ihr wie ihm jede Aussicht abzuschneiden. Und deshalb bin ich heute mitgekommen, – nicht meinetwegen.«

Der Oberförster sah sie groß an und wußte in seinem Staunen über ihre kühle Berechnung nichts zu sagen.

»Sieh, Papa,« fuhr Maggie fort. »Ich bin eigentlich viel zu aufrichtig. Schließlich kann ich ja nicht wissen, ob's mir mit Seckersdorf glückt ...«

»Sprich nicht so frech!« fuhr der Oberförster auf.