Endlich kamen die Erwarteten zurück. Maggie sprach sehr viel, erzählte ausführlich alles Äußere ihres Zusammentreffens mit Seckersdorf, beschrieb Romitten und ihren Aufenthalt dort, gesucht heiter und sich hauptsächlich an Fräulein Perl wendend. Gertrud, doppelt erregt wie sie war, ließ doch äußerlich ruhig alles über sich ergehen. Denn der Vater beobachtete sie, während Maggie erzählte. An dieser selbst glaubte sie hier und da ein spöttisches Lächeln wahrzunehmen.
Wie qualvoll war das alles! Sie floh in Gedanken weit fort aus diesem einst so geliebten Hause. Gott sei Dank, ihr Brief war nun unterwegs, und morgen vielleicht wußte sie, wohin und was tun.
Während des Hin- und Hersprechens trat das Stubenmädchen ein und wartete, bis man sie bemerken würde.
Gertrud sah teilnahmslos an ihr vorbei; in demselben Moment nahm sie aber wahr, daß Lina mit fragendem Blick an ihr hing. Sie fuhr zusammen.
»Was gibt's?« fragte der Oberförster und sah sich um.
Das Mädchen kam näher.
»Ich wollte nur fragen, ob der Romitter Kutscher nun nicht gleich den Brief mitnehmen kann, – oder soll doch der Fritz gehen?« sagte sie halb zu Gertrud gewandt.
Die wurde totenblaß. Sie winkte dem Mädchen, hinauszugehen. Der Oberförster stand auf.
»Welchen Brief?« fragte er unwirsch.
»Von der gnädigen Frau,« sagte das Mädchen schüchtern.