»Die gnädige Frau ist nicht wohl, helfen Sie ihr,« bedeutete sie die eintretende Jungfer.

»Das geht wieder vorbei,« flüsterte die ihr zu. »Das war ebenso, als die gnädige Frau mit den Junkern fortging.«

Maggie war beruhigt. Gott sei Dank, das also wenigstens war nicht ihre Schuld. Aber ihre ganze Selbstherrlichkeit schrumpfte doch zusammen bei dem Anblick des gebrochenen Weibes, dem die letzte Hoffnung genommen war.

Ehe sie die Gäste von dem Unwohlsein Gertruds unterrichtete, überflog sie den Brief Kurowskis.

Auf den hin also hatte die arme Gertrud sich entschlossen, an Seckersdorf zu schreiben. Lieber Gott, es war doch ein Elend!

Aber schließlich ... fielen die Karten nicht von selbst? Sie brauchte gar nicht mehr hinterlistig zu handeln, es machte sich alles von allein. Sie hat es ja gewußt, daß Kurowski sich auf nichts einlassen würde. Gertrud hatte eben verspielt.

Sie sprach nach dem Aufbruch der Auklapper nur flüchtig mit dem Vater.

»Man wird doch an Kurt drahten müssen,« meinte der. »Weiß Gott, ob sie uns nicht ernstlich krank wird, und dann wird er uns hinterher Vorwürfe machen. Besorge du das.«

Maggie nahm die Feder in die Hand, aber dann schüttelte sie den Kopf.

»Nein, setze du das Telegramm auf,« sagte sie zögernd. »Ich schreibe unterdessen nach Friedland an den Doktor.«