Natürlich würde er Gertruds kopflose Übereilung ausnutzen. Es war ja auch gut so. Doch nun, da sie den Schwager wiedergesehen hatte, fühlte sie mit Bangigkeit, was sie Gertrud angetan hatte, und daß es jetzt für immer zu spät wäre, es gutzumachen.

Ihre Bahn war frei. Aber sie hatte Gertrud zugrunde gerichtet.

Verzagt trat sie hinter Kurowski in die Stube des Vaters, auf einen großen, geräuschvollen Auftritt gefaßt.

Aber Kurowski sah sie nur beide belustigt an und begann ein ganz gleichgültiges Gespräch über die Schönheiten der Riviera.

Der Oberförster ließ es eine Weile über sich ergehen, dann brauste er auf.

»Herr, wollen Sie mich zum Narren halten? Was ist also mit meiner Tochter?«

»Ach so,« sagte Kurowski und streckte ihm beide Hände entgegen. »Nun, Sie haben mir ja einen hübschen Dienst erwiesen. Sie haben sie so schlecht behandelt, daß sie sich schleunigst in meine Arme stürzt, nachdem sie mir brieflich kurz und bündig erklärt hatte, daß sie sich scheiden lassen will ... Schönen Dank also, alter Herr ... Übrigens werde ich natürlich dahinterkommen, wer es gewagt hat, meine Frau zu dem Entschluß der Scheidung aufzuhetzen ...«

Maggie sprang auf. »Ich ... ich,« rief sie voller Empörung. »Ich hab' sie beredet ... ich habe Seckersdorf ...« Sie hielt erschrocken inne und konnte seinen funkelnden Blick nicht mehr aushalten ...

Kurowski sah sie in drohendem Erstaunen an.

»Und trotzdem ruft ihr mich eiligst her?« fragte er.