»Was soll ich nun antworten?« dachte ich. »Warum stellt man mich vor eine solche Entscheidung? Wer rät mir? Vielleicht ein Rechtsanwalt? Mein Vormund ist tot, mein Stiefvater lehnt es ab, und seine Ansicht liegt ja auch in seinem eigenen Vorgehen.

Dazu brannten die dunklen Augen dieses Mannes – ich kann nicht anders sagen, als beunruhigend – in die meinen, und ich muß es vor mir bekennen, daß etwas in mir sich ihm unterwarf.«

»Ich habe ja keine Ahnung, was ich Ihnen antworten soll,« quälte ich mir endlich ab.

Da fing er noch einmal an mit Zahlen und Geschäftsberichten auf mich einzureden, so daß ich fühlte, er machte es wie für ein Kind zurecht.

Ich verstand doch nichts, ich wollte auch gar nicht recht zuhören. Mein Kopf und mein Rücken taten so weh. Und schließlich dachte ich: Wenn du da mit der Hand, die mein toter Vater noch gedrückt hat, meine nehmen oder mein Haar streicheln wolltest, so würde ich wenig nach Zinsen und Kapital, Maschinen, Aktien und Jahresabschlüssen fragen.

»Denken Sie nach, ziehen Sie Erkundigungen ein,« sagte er schließlich, »ich werde Ihnen Adressen dalassen. Sie werden sich ja doch, bis ein Berufener Ihnen diese Sorgen aus der Hand nimmt, damit beschäftigen müssen. Übermorgen bin ich hier und gebe Ihnen selbst noch jede gewünschte Auskunft.«

Dann sah er mich schärfer und voller Mitleid an.... »Ich quäle Sie, armes Kind, Sie sind ganz weiß geworden. Vielleicht hat mein Sohn doch recht gehabt.«

»Ja, Ihr Sohn sollte doch auch mitkommen. Wo ist er?« fragte ich gleichgültig.

Herr Hillmann sah etwas verlegen über mich weg. »Mein Sohn, – o, – er ist geschäftlich verhindert, – das heißt, offen gestanden, – mein Sohn ist ein wundervoller Mensch, – aber ein Träumer, – ein Träumer sage ich Ihnen – mit dem man sich oft kaum verständigen könnte, wenn man ihn nicht so lieb haben müßte.«

»Und?« fragte ich nun etwas neugierig.