»Es wäre ja immerhin möglich, daß ich mich geirrt habe, daß Sie gar nicht so hilfsbedürftig sind und so allein, wie es mir den Anschein hatte« ....
Mir war, als hätte ich einen Peitschenhieb von diesem fremden Mann empfangen.
»Was wollen Sie von mir? Was kümmert Sie mein Alleinsein? Wie kommen Sie zu solchen Reden?«
Ich glaube, ich schrie ihm das zu. Und er war eine kleine Weile still. Dann sagte er:
»Ich wollte Ihnen helfen. Ich wollte mit Ihnen sprechen als Mensch zum Menschen. Und in Ihrem blassen Gesicht liegt etwas, das mir sagt, ich habe recht getan, als ich meiner Eingebung folgte, und ich will auch ohne konventionelle Bedenken reden, wie ich's mir vorgenommen habe.«
»Ja, was denn nur? – was denn?«
»Liebes Fräulein, ich ging mit meinem Vater nach Gastein – übrigens ohne die näheren Verhältnisse zu kennen – um die Geldangelegenheit ordnen zu helfen, von der Sie ja wissen und an der Sie beteiligt sind. Wir kamen in eine Familie, die mit dem ganzen Egoismus der Glücklichen zusammengeschlossen stand – gegen ...«
»Gegen mich?!«
»Gegen etwas, das sie als unverdientes Schicksal zu empfinden schien.... Die sich wehrte gegen das, was Sie hineintragen könnten, Krankheit, Siechtum, Rücksichtnehmenmüssen.«
»Und das hat man Sie, den Fremden, merken lassen? Mein Stiefvater mit seiner Weltläufigkeit? Meine Mutter – meine Mutter? – ich glaube Ihnen einfach nicht.«