Was war das nur?

Statt des rotdunkeln Holzgetäfels und der Bänke um Wände und Fensternische herum sah er einen weiten, weißen Raum mit viel grünen Palmen darin, Palmen und feinblättrigem Bambus. Schaukelstühle und Strohsessel standen auf den Matten wie bei ihm zu Hause. Es war überhaupt, als erinnere ihn manches an seine Veranda in Entechua. Verwirrt blickte er nach dem abgeteilten Raum, in dem der Verkaufstisch und die Medikamentenschränke stehen mußten. Da war er, aber der Tisch stand nicht mehr drin, und der dunkle Holzbogen der ihn von der Halle trennte, war wie ein großes Fenster von Hängepflanzen eingerahmt. Die Flaschen und Kruken waren von der Wand verschwunden, dafür leuchtete eine tropische Berglandschaft, von einer orangegelben Sonne bestrahlt, wie ein matter Gruß der gewohnten Glut und Farbe zu ihm herüber.

Er mußte die Augen schließen, denn er glaubte im Fieber zu sein. Der feine Apothekenduft, der noch alles durchdrang, ermunterte ihn.

»Ich wollte doch in die Prangsche Apotheke,« stammelte er und machte die Augen wieder auf.

»Ja, wo kommen Sie denn her, daß Sie die hier noch suchen?« fragte eine hohe, helle Stimme. »Sie mußten in das Haus nebenbei gehen.«

Da rüttelte er sich zusammen und sah wieder mit nüchternen Blicken um sich.

Vor ihm stand eine zierliche Frau in einem weißen Kleide von etwas phantastischem Schnitt. Sie hatte ein bläßliches Gesicht mit sprechenden, dunklen Augen und sah ihn halb lachend und halb ungeduldig an.

»Verzeihung, Señorita, aber wer sind Sie eigentlich?«

»Señorita?« fragte das Mädchen erstaunt. »Nun, ich bin doch Justine Prang – aber Sie, wer in aller Welt sind ...?«

Da schrie Enrique Bisterro ordentlich auf.