Als er mit Justine wieder draußen stand, stiegen ihm die Tränen in die Augen, und er wußte gar nicht, was er mit dem Gemisch von Wehmut, Verdrießlichkeit und Verlangen in sich anfangen sollte.
»Wollen wir jetzt nicht hinübergehn –?« fragte da Justine niedergeschlagen. »Vielleicht frühstücken?«
Er sah sie groß an und schüttelte nur den Kopf. Ihre brennenden Augen, die von ihm zu den weißen Wänden irrten, taten ihm wohl und weh zugleich – aber der heiße Strom von vorhin rauschte nicht wieder in ihm auf.
Merkwürdigerweise mischte sich sogar in alles widerspruchsvolle Durcheinander seiner Gedanken ein Stimmengewirr von weit her – ein paar tiefe und ein paar gellende Töne – Rufe von Frau Eustachia und den Kindern, die er zu Hause oft genug mit Mißbehagen gehört hatte, aus denen ihm in diesem flüchtigen Augenblick jedoch ein Klang unersättlicher Lebensfülle entgegenschwirrte.
Das dauerte aber auch nur eine Sekunde und war vielleicht seinem Wunsche fortzugehen entsprungen. Denn dieser Wunsch war da und beherrschte das sanfte Gefühl von Dank und Rührung.
»Ich will dir lieber Lebewohl sagen, Justinchen, jetzt, dir allein, und keinen und nichts mehr sehn und wiedersehn. Begreifst du das? Und weißt du, wie reich ich durch dich geworden bin?«
Sie lächelte bitter und traurig und sagte: »Reich? ... Reich?« ...
Da blieben ihm die spanischen Koseworte, die ihm durch den Kopf schossen, in der Kehle stecken.
Er küßte mit kalten Lippen ihre Stirn und ging langsam hinaus.
Sie blieb ganz still.