Da rief das Fräulein von Terkuhn ganz laut und triumphierend: »Wie mich das freut! Wie mich das freut!«

»Warum nur?«

Er erhielt keine Antwort. Und nun schoß es ihm durch den Kopf: »Sie braucht einen Güterdirektor und will mich engagieren – und hochmütig wie sie ist, freut sie sich, daß ich von Adel bin – aber daraus wird nichts« – und mit einem lächelnden Blick sah er endlich wieder zu Lena herüber.

Da aber lehnte Fräulein von Terkuhn sich fest an seinen Stuhl, ihre Schulter streifte ihn, und ihre Augen blickten in die seinen so herausfordernd, so heiß und weich zugleich, daß er mit einemmal wußte, was sie von ihm erwartete. Er gefiel ihr als Mann, er dieser unnahbar Stolzen, vor deren Falkenauge sonst keiner Gnade fand – er, der kleine Sommerleutnant dieser wunderschönen Herrin – seine Jugend – seine Person rissen dieses Weib zu ihm. – Das Weib. – Nur das Weib.

Wie ein heißer Traum sank es über ihn, und von nun an sah er alles um sich her durch einen rotgoldenen Schleier. Die arme Lena stand dahinter wie eine liebe, aber halb vergessene Bekannte aus fernen Zeiten, zu der man im Vorübergehen freundlich hinüberwinkt ...

Als endlich die Tafel aufgehoben wurde, trat sie zu ihm und sagte, daß sie ihn nach dem Kaffee zu einem Spaziergang erwarte.

Er sah sie verträumt und lächelnd an und nickte ein »Ja«, aber dann stand er schon wieder neben Fräulein von Terkuhn und fand es ganz selbstverständlich, daß sie den Arm in den seinen legte.

»Sorgen Sie für Kaffee und Likör, Fräulein Aussig« sagte sie über die Schulter weg, »und leisten Sie den Herren, so lange es gewünscht wird, Gesellschaft. Sehen Sie auch nach meinem Vater. Ich gehe mit dem Herrn von Wachowski nach den neuen Obstpflanzungen.«

Den Herren kurz und mit lässiger Handbewegung zuwinkend, stieg sie die breite Treppe zum Garten hinab, – Hans von Wachowski schweigend und glühend neben ihr. Der rote Kopf überragte seinen dunkeln um ein Weniges, und wie der leichte Gang ihres Begleiters sich dem wiegenden, schleppenden unterordnete, den sie sich für ihre Person zurechtgestimmt hatte, schien er der Unsichere, während sie den Schritt angab.

»Jungfräuliche Königin,« entfuhr es dem Hauptmann, der den so ohne Umstände sich Absondernden verblüfft nachblickte.