Er schüttelte den Kopf, sagte dann doch »ja, ja« und sah ganz abwesend um sich.
»So eine ist dies auch,« sagte das Fräulein von Terkuhn und lehnte sich an den Stamm.
Und plötzlich faßte sie den Träumenden an beiden Schultern und drehte ihn sich zu.
»Was denken Sie von alledem, junger Wachowski?« flüsterte sie.
Er stand blaß und mit wildschlagendem Pulse da. »Ich wag' es kaum – ich wag' es kaum« ... und doch wagte es sein verlangender Mund, den ihren zu suchen. Aber da traf ihn das helle Funkeln der Raubtieraugen, und es war, als ob die beiden Hände auf seinen Schultern ihn mit schwerem Gewicht zu Boden drückten. Er fiel vor ihr nieder, seine gleitenden Arme umfaßten sie, und er preßte den Kopf in ihren Schoß ...
Nach einem Augenblick, in Flammen verlebt, machte sie sich los und kniete neben ihm nieder.
Ihr Kopf mit den leuchtenden Haaren lag nun an der alten Terkuhneiche, und die breiten Lider deckten die gefährlichen Augen. Da war sie ein Weib wie andere, und der junge, heiß Betörte fühlte mit einer Wonne ohnegleichen, wie Scheu und Traumbefangenheit von ihm abfielen und daß er als Mann und Herrscher dieses königliche Geschöpf in seine Arme zwingen konnte.
Er tat es, ohne daß sie ihm wehrte, und küßte sie stürmend und fordernd ...
– – In die außerweltliche Stille dieser Augenblicke tönte scharf und mahnend die Vesperglocke vom Hof her.
»Steh auf,« sagte da Adalisa von Terkuhn. »Weißt du, daß du jetzt ein Terkuhn werden wirst, – einer von uns – ein Terkuhn?« ...