Da langte, von blauem Rauch umflossen, die große, weiße Hand Adalisa Terkuhns zu ihm herüber. Die eben noch scharfe Stimme sänftigte sich zu einem Anflug von Zärtlichkeit.
»Was haben wir zwei mit Brutalitäten zu schaffen, die uns beschimpfen sollen? Ich hab' dich als den besten, den lange Gesuchten, erkannt, gleich, als du in den Saal tratst. Und an unserer Eiche haben wir uns verstanden ... Daß ich dich nicht aus Leichtsinn oder zum Zeitvertreib küßte – das wußtest du doch.«
Er schwieg.
Da neigte sich das zarte Gesicht mit dem leuchtenden Rothaar darüber zu ihm. Ernst und feierlich küßte sie ihn auf den Mund und sagte:
»Hans Terkuhn, du sollst gesegnet sein und Segen bringen.«
Er fühlte die weichen Arme um sich, und die heiße Seligkeit von vorhin stieg wieder in ihm hoch. Aber das Wort, das sich ihm entringen wollte, blieb ungesprochen – und was er mit Mühe unterdrückte, war – ach wie er sich schämte! – ein bitterliches Schluchzen, wie manchmal in längst vergangenen Schülerzeiten, wenn er im Ringkampf besiegt worden war und Haltung hatte bewahren müssen.
»Donnerwetter!« sagte der Alte, »also es wird Ernst. Da will ich also meinen Rat wiederholen, mit der Veröffentlichung bis nach dem Manöver zu warten. Gründe sind klar.«
»Ja!« sagte Adalisa nach kurzem Bedenken. »In allseitigem Interesse ist es vielleicht richtiger. Obgleich die Herren natürlich gemerkt haben, was vorgegangen ist.«
»Und Lena?« brach nun Hans Wachowski los. »Was soll die denken? Ich weiß nicht, wie ich der unter die Augen treten soll. Wir sind doch so gut wie ...«
»Still!« unterbrach Adalisa gebieterisch. »Das werden wir in Ruhe besprechen und drüben bei mir. Guten Abend, Vater« ...