Der Doktor strich in Gedanken seinen Bart.
»Wo ist sie denn?«
»In der alten Kontorstube ... Da wohnt sie jetzt wieder ... Ich geh' schon ...«
»Laß, Mutter, ich werde selbst ...«
Die Mutter nickte zufrieden.
»Ja, ja ... Ich mach' derweil die Lampe zurecht, daß ich dich doch ganz zu sehn krieg', du ...«
Draußen auf dem dunkeln Hausflur blieb Wilhelm Born einen Augenblick stehen. Dann schüttelte er sich und machte schnell, ohne anzuklopfen, die Tür rechts auf.
In dem einfenstrigen Zimmerchen war noch bleichgraues Taglicht. Neben der andern Tür, die auf die Einfahrt hinausführte, vor der alten Kommode, kniete eine dunkelgekleidete Frau.
Bei dem Geräusch des Eintretenden wandte sie sich um und sprang auf. Ein jähes Zucken lief über ihr Gesicht. In den Augen, die unter vorstehenden Stirnbogen und dichten schwarzen Brauen versteckt lagen, brannte eine hohe Erregung auf.
Sie streckte die Hände aus und ließ sie wieder sinken ...