»Ja, das konnte keiner ahnen,« sagte er und setzte sich auf den Stuhl am Fenster. »Wenn mir einer vor zehn Jahren gesagt hätte, daß ich in diesem verwünschten Nest einmal die Praxis vom alten Burkhard übernehmen würde, dem hätte ich ins Gesicht gelacht ... Und nun sitzt man doch da ...«

Er zog eines der fahlen Schnurrbartenden durch die Lippen und brütete vor sich hin.

»Warum denn? Warum bist du nicht in Wien geblieben?« fragte Käthe mit demselben Widerwillen im Ton.

»Ach ... warum soll ich's übrigens auch nicht aussprechen ... Es ist mir schlecht gegangen, Käthe ... Ich habe mich – nun, sagen wir unter uns – etwas blamiert.«

Er lachte voll Bitterkeit.

Käthe kam einen Schritt näher und sah ihn musternd an.

»Ja, man merkt's ... Du hast viel durchgemacht?« sagte sie hart, aber doch voll auffordernder Teilnahme. »Du bist wohl irgendwie ins Unglück geraten, wie es ja euch Ärzten durch einen Zufall passieren kann? Wohl gar mit dem Staatsanwalt?«

Er stand auf.

»Unsinn ... Es ist eine elende Sache, an der man erstickt ...«

»So sag's doch.«