»Warum nicht? – ja doch,« sagte er gleichgültig. »Es tut sogar gut, einmal so etwas hinauszuschreien, zur Abwechslung einmal nicht bloß gegen den Wind. Außerdem wußtest du auch schon vor Jahren, aus meiner letzten Studentenzeit, daß ich hinter einer neuen Entdeckung herjagte – Adernerkrankungen ... weißt du noch?«

Ihr Gesicht verzog sich in Bitterkeit.

»Höhne nur, höhne! Das schadet nichts. Wenn man Tag für Tag und Nacht für Nacht auf sich selber herumhaut, müssen ein paar Nadelstiche von einer boshaften Frau ja eine wahre Erleichterung sein.«

Nun sah sie ihn wirklich böse an.

Er aber warf die Lippen geringschätzig auf.

»Ja, vor fünf Jahren war meine große Idee in der Theorie da ... Eine neue Kontraktionsmethode, teils durch chemische ... doch – das ist ja gleichgültig – etwas Neues, Großes war es ... Ein weites Feld abgerungen, vielen Verlorenen eine Hilfe – und für einen selbst der Gipfel ... Ich brauchte Experimente – das Glück verschaffte mir die Gelegenheit. Ich kam in die Abteilung für innere Krankheiten zu Frotha, unbesoldet ... Die Privatpraxis, die sich zugefunden hatte, gab ich auf ... Ich habe unter Schwierigkeiten ... ach, das läßt sich ja gar nicht erzählen – so kaltblütig ... Aber die Entbehrungen, diese Intrigen, Verantwortung, Verschleierung bei den Experimenten ...«

»Auf so ein paar Menschenleben kam es dir dabei natürlich nicht an?« fragte sie höhnisch.

»Nicht im geringsten,« gab er ebenso zurück. »Nein, nein« – er richtete sich auf – »in ehrlichem Ernst gesprochen – es kam mir nicht darauf an ... Ich habe die Sterbegeschichten von fünf Menschen – wertloses und verlorenes Menschenmaterial übrigens – ja, die hab ich verwertet ... Unter Blutschwitzen hab' ich also mein Buch geschrieben ... der letzte Strich fertig – alles zum Druck fertig – auch der Verleger da – und ich betrunken vor Freude – da ...«

Er ballte die Fäuste gegen die Schläfen ...

»Was – was?«