»Nein ... Nein.« Sie zog ihn mit sich.
»Sieh diese Tür ... vor zehn Jahren hast du den Pfahl da« – sie bückte sich und zog einen anscheinend fest eingerammten Pfahl aus dem Boden vor der Tür, an der sie standen – »den hast du damals losgemacht, damit du unbemerkt zu mir herein konntest ... Weißt du nicht mehr?«
»Ich weiß schon,« sagte er fröstelnd.
Sie stieß die Tür auf. Die führte in die Kontorstube, ihre Stube.
Beide standen nun im hellen Lampenlicht.
Sie ein glühendes, schönes Weib, sehnsüchtige Liebe, heißes Mitleid in den Augen – er ein grämlicher, alternder, verbitterter Mann, lichtscheu nach der dunkelsten Ecke der Einfahrt blickend, als ob er sich vor dem Überschwall an Licht und Liebe dorthin verkriechen wollte.
Aber schon hatte sie ihn in das Zimmer gezogen, aus dem er vor ein paar Stunden zornig und widerwillig hinausgegangen war.
»Was bedeutet das alles? ... Was soll ich hier?« fuhr er sie an.
»Du sollst an die Sommernächte denken,« sagte sie leise und demütig, »in denen wir da auf dem Bettrand saßen, Hand in Hand ... oder dein Kopf an meiner Brust ... Und an die schöne, gute Welt von damals sollst du denken – und dann ...« sie breitete die Arme aus – »dann sollst du wiederkommen und hier – hier weinen – weil alles so anders ist, als man's sich gedacht hat – und dann ...«
»Liebes Kind,« sagte er und sah nach der Tür, »quäl dich nicht und quäl mich nicht ... Was du da sagst – –«