»Hör nicht auf das, was ich sage,« unterbrach sie ihn hastig. »Ich hab' ja solche Herzensangst, daß ich nicht das Richtige finde – denn wenn ich das fände, dann mußt du ja kommen und bleiben ... Es ist ja menschenunmöglich ... Sieh, ich will ja nur dasein, wenn du keine bessere hast. Ich bin bloß für dich da ... Leib ... Seele ... jeder Gedanke ... all die zehn Jahre ... Und jetzt, wo ich dich wieder hier hab' ... Komm, komm ... Geh nicht weg ohne ein gutes Wort ... Du nimmst mein Leben mit, wenn du gehst – mit so kalten Augen – vielleicht böse wegen vorhin ... Ach nein ... das war ja ...«
Glühend, schwer atmend, mit angstvoll bettelnden Augen sah sie ihm ins Gesicht.
Aber er streckte abwehrend die Hände aus.
»Du bist sehr aufgeregt, Käthe,« sagte er mit erzwungener Ruhe. »Du mußt dich zusammennehmen. Ich kann da nicht mit, und ich will auch nicht ...«
»Du willst auch nicht ...« sagte sie nach.
Und die Glut aus ihrem Gesicht wich, die Spannung der Glieder ließ nach, und eine plötzliche Erschöpfung machte sie schlaff und weich.
Sie schleppte sich die zwei Schritte zum Bettrand, setzte sich darauf und sah mit verblaßten Augen zu ihm auf.
»Geh nun,« sagte sie matt.
Er reichte seine Hand herüber. Sie nahm sie nicht.
»Nein, Käthe – ein für allemal – mir ist die Lust an Aufregungen solcher Art längst vergangen, wie die Lust zur Liebe überhaupt ... Ich kann dich nicht brauchen – ich kann keine brauchen. Willst du das nicht begreifen, dann können wir eben nicht zusammen hier hausen – und es ist besser –«