»Ich habe Ihre Güte zu lange in Anspruch genommen, gnädige Frau ... Sie müssen sich pflegen, zu Bett gehen, Aspirin nehmen ... verzeihen Sie! ...«

»Nicht doch, liebes Fräulein. Ihr Besuch ist mir sehr lieb gewesen. Sie haben mir einen so frischen Wind hereingebracht ... und dann all die Erinnerungen ... Sie müssen wiederkommen ...«

»Gern, wenn ich darf,« sagte Fräulein Marta und drückte die Hand, die sich ihr entgegenstreckte.

»Telephonieren Sie aber vorher,« bat Frau Lohrer, »ich bin so viel aus.«

Sie geleitete sie bis auf die Diele und küßte sie auf die pralle, frische Backe, was die treue Lina, die die Außentür öffnete, staunend und mißfällig bemerkte.

Frau Erika wurde rot und ging schnell in ihr grünes Zimmer zurück.

Eben steckte Doktor Lohrer den kurzgeschorenen, blonden Fuchskopf zur Tür herein.

»Die Luft rein?« fragte er. »Was bedeutete denn das? ... Das war ja die unverfälschteste Robert-Johannes-Vorstellung ... Und nach nassen Kleidern und Schmierstiefeln hat dein Besuch auch gerochen ...«

»Oh ... ich bitte dich ... es war ...« Und nun erzählte Frau Erika ihrem Mann, sehr heiser, aber mit einer Spur von Freude im Ton, von dem jungen Mädchen aus der vergessenen Heimat. Herr Doktor Lohrer hörte schweigend zu und sagte dann:

»Peinlich! ... hoffentlich kommt sie nicht wieder ... Sie soll jedenfalls nicht angenommen werden ...«