»Ja, warum nicht? Ich will sie gerne wiedersehen, und ich habe sie eingeladen! ...«
»Aber ... aber! Unbesonnen bis zum Übermaß,« tadelte Herr Doktor Lohrer sanft. »Verzeih', liebes Kind ...«
»Ja, erkläre mir ...«
»Nun, findest du es angenehm ... wenn vergangene Geschichten ... ich möchte nicht undelikat sein, aber ... verzeih' ... es läuft noch mancher in der alten Gegend herum, der durch deines Vaters ... sagen wir ... Versehen ... um Haus und Hof gekommen wäre – wenn ...«
»O! ...«
Frau Erika seufzte schwer.
»Nun, nimm es nicht wieder tragisch, Liebe,« sagte er beruhigend. »Es ist ja alles geordnet. Aber ich meine doch, gerade jetzt –, wo wir eine Position zu erhalten – eine noch höhere zu erwarten haben ... muß man vorsichtig mit allem sein, was nicht ganz durchsichtig – nicht ganz ...«
»Ich bitte dich ... laß das ... du hast recht ... sicher ... aber ...« ein heftiger Hustenanfall unterbrach sie.
»Nun, siehst du ... ich weiß es ja, daß wir immer einer Meinung sind, liebes Kind ... Übrigens siehst du schlecht aus ... und dein Husten ist auch nicht besser. Ob wir nicht gut daran tun, auf die Philharmonie heute zu verzichten?«
»Sicherlich,« sagte Frau Erika. »Ich fühle mich gar nicht frisch.«