Alle drei Männer sahen es und schwiegen. Es durchfröstelte die Offiziere. Das Wildwasser rauschte herauf durch die Dunkelheit.

Jetzt ein Brechen, ein Knacken von Zweigen. Leykuhlen fing an, von der Chaussee die senkrechte Böschung abwärts zu klettern. Die anderen folgten ihm.

»Hören Sie nichts?« Leykuhlen drehte den Kopf nach den ihm Folgenden.

Nein, sie hörten nichts! Aber der Ton ihres Führers machte sie stutzen. Ihre Räder hatten sie am Chausseerand hingeworfen, die Laternen waren erloschen; des Bürgermeisters Laterne allein leuchtete ihnen notdürftig durch Gestrüpp und Dornengerank und Strünke und Schiefergeröll. Immer steil abwärts ging es, ein böser Absturz. Sie rutschten und kletterten. Hätte man sich nicht an den tiefhängenden Ästen der Tannen anhalten können, man wäre unbarmherzig gestürzt.

»Donnerwetter!« ächzte der Stabsarzt. Aber dann wurde sein Ton plötzlich noch besorgter, er stieß hastig heraus: »Hier scheint schon mal einer vor uns heruntergerutscht zu sein – Achtung! A–a–be–king!«

»Rufen Sie, rufen wir noch emal,« befahl Leykuhlen. »All zusammen!«

Sie schrien jetzt alle drei: »A–a–be–ki–i–ng! A–a–be–ki–i–ng!« Langgezogen und fragend erklang es. Langgezogen und klagend hallte die jenseitige Steilwand der Talschlucht ihre Rufe zurück. Nachtvögel fuhren um sie auf, hinter ihnen prasselten dumpf die Steine und schossen dann nieder, bis sie aufklatschten unten im Bach.

Aber jetzt vernahmen die Offiziere noch etwas anderes; es klang wie ein schwacher Ruf. Ein Stöhnen hintennach. Ihr Kamerad, war er das?!

»Abeking, sind Sie da? Wo? Geben Sie Antwort! Wo?«

In rücksichtsloser Eile stürzten sie abwärts, die Mützen wurden ihnen durch die Zweige von den Köpfen gerissen, an ihren Uniformknöpfen zerrten die Dornranken. Eine fieberhafte Aufregung hatte sich ihrer bemächtigt: war’s Abeking? Er gab jetzt keine Antwort mehr. Wo, wo?