›Herr Gott, ich bekenne vor dir,

daß ich ein Sünder bin.‹

In das Murmeln der Gemeinde mischte der Bürgermeister laut seine Stimme:

»Herr, strafe uns nicht in deinem Zorn –

Herr Gott, laß regnen, laß regnen!

Heilige Maria, die Stillung der Stürme,

du Morgenstern, bitte für uns, sei uns gnädig!«

Er wußte nicht, daß es nicht nur die Worte mehr waren, wie sie vorgeschrieben stehen im Andachtsbuch; er fügte Eigenes hinzu in der Bedrängnis seines Herzens.

Es trieb ihn um bei Tag und Nacht. Es litt ihn nicht im Bett, er konnte ja doch nicht schlafen; vor Morgengrauen schon war er aufgestanden und war hinausgeschritten auf die Höhe des Venns und hatte nach Osten gestarrt, wo die Wolken sich in leuchtendem Purpur färbten. Wenn sie doch, ach, wenn sie doch endlich, endlich einmal nicht mehr so strahlend erstünde, die unbarmherzige Sonne!

Alle Quellen waren versiegt. In den tiefsten Brunnen stand nur noch ein Pfützchen trüben, schlecht riechenden, fauligen Wassers. Kaum daß man das Vieh tränken konnte, es verschmachtete; denn auch kein Hälmchen saftigen Grüns war mehr zu finden. Und in den beiden Torfarbeiterhäusern lagen die Männer noch immer und quälten sich in wilden Delirien. Es war der Krankheit noch gar kein Absehen.