Der Aufseher zuckte die Achseln. »Tun Sie dat. Wenn Sie ’ne Erlaubnisschein vorzeigen, können Sie jederzeit passieren. Sonst nicht!«
»Gib ihm was, gib ihm was,« wisperte Frau Schmölder hinter ihrem Gatten.
Heinrich Schmölder griff in die Tasche. »Na, Sie werden wohl mal ein Aug’ zudrücken.« Ein verständnisvoller Händedruck – das Dreimarkstück brannte Bräuer zwischen den Fingern. Das bessere Teil in ihm empörte sich, er hätte es fortschleudern mögen: »Herr, was unterstehen Sie sich, bestechen ist nicht« – und er nahm es doch. Der Eintritt war frei.
Mit finsterem Gesicht, an der Lippe nagend, schritt der Aufseher vor den Eindringlingen her. Er hätte sie umbringen mögen. Was das Fräulein schwatzte, lachte, dumm fragte!
»Sind Sie ganz allein hier?«
»Ja.«
»Wieviel Gefangene sind denn hier?«
»Vierzig.«
»Sind auch Mörder drunter?«
»Nein.«