»Erkannt, gelobt, gebenedeit, geliebt, verehrt, verherrlicht
allzeit das göttliche Herz Jesu und das reinste
Herz Mariä!«
Der aus der freien Luft Gekommene sah sich um: so sauber, so wohlgeordnet, es roch nach frischem Wasser und ein wenig nach gutem Heu. Ein angenehmer Geruch, und doch beklemmte ihn etwas. Seine Augen hafteten auf dem gestickten Spruch über dem Sofa: warum hatten die Leute da nicht lieber ein schönes Bild hängen? Es gab so gute Reproduktionen. Es überkam ihn wie eine leichte Verlegenheit: was sollte er mit dieser Frau nun reden?
Da sagte sie schon: »Sie werden sich wundern, Herr Schmölder, dat ich Sie jleich jekannt hab. Der Bärtes hat mir auch neulich von Ihnen erzählt. So mußten Sie aussehen und nit anders. Wie jeht et Ihnen dann, jefällt et Ihnen jetzt besser unten? Ich hab als oft daran jedacht, wat Sie zum Bärtes von unsern Fabrickmädchens jesagt haben.«
Er sah sie verwundert an, da lächelte sie. »Wissen Sie, Herr Schmölder, in unsrer Still fällt so’n Wort wie ’ne Stein in den Brunnen. Man hört dat weit und noch lang hernach. Et is schön von Ihnen, Herr Schmölder, dat Sie Intress’ für unsre Leut haben!« Sie reichte ihm die Hand. »Sie würden sich ’ne Jotteslohn verdienen, wenn Sie Ihrem Vetter sagen täten, er soll den Mädchens mittags wat mehr Zeit jeben, dat sie in die Stadt ereinjehen könnten. Da haben doch ihrer viele Bekannte oder Verwandte, da könnten sie doch en warm Supp kriegen; wenigstens im Winter!«
Eine nette und ganz verständige Frau! Josef setzte an, ihr seine Pläne, die ihm jetzt auf einmal wieder so lebendig wurden, als hätte er sie erst gestern ausgeheckt, mitzuteilen, als ein Kraspeln draußen auf dem Flur hörbar wurde. Und jetzt ein Singen, zart und fein.
»Aha, dat Kathrinche mit ’m Doresche. Huesgens Kinder – arme Leut!« Die Frau sprang auf.
Draußen erklang noch zaghaft, aber doch schon ein wenig stärker:
»O Maria, sei gegrüßt,