Er war blaß geworden; nun erschrak er: »Ah, Pardon, was sagten Sie?«

»Ob Sie müd sind?« Ganz nah reckte die Frau ihr lächelndes Gesicht an das seine, aus nächster Nähe sah er ihre glitzernden, schimmernden Augen. Unterm Tisch fühlte sie nach seiner Hand. Er preßte die ihre mit heftigem Druck und behielt sie in der seinen.

Was fehlte ihm denn? War er schon betrunken oder war er plötzlich toll geworden? Die älteren Kameraden sahen nach ihm hin.

Abeking war aufgesprungen. Das Sektglas hochhebend, den Kopf hintenüber geworfen, rief er laut: »Ein Pereat den Toten! Wir leben und lieben – prost, schöne Frau, auf Ihr Spezielles!«

»Pröstchen, pröstchen!« Die Sektgläser klingelten.

»Sie sind ja en ganz höll’scher Kerl,« sagte der Pommer.

Helene fühlte sich sehr geschmeichelt, sie zeigte ihre weißen Zähne: das war mal ein netter Junge, den sie wohl leiden mochte!

Sie waren schon mit der zweiten Flasche zu Ende. Helene klatschte in die Hände, da erschien auch bereits die dritte, in Eis gekühlt.

»Wenn das so weiterjeht, sind wir all voll bis Mitternacht,« sagte der Kölner.

»Ich empfehle mich für ein halbes Stündchen, meine Herren!« Scheffler stand auf. »Ich muß noch einen Besuch machen. Ich habe es versprochen. Ich muß mich erkundigen, wie den Damen Schmölder ihr neulicher Besuch zur Besichtigung des Lagers bekommen ist!« Er grüßte leicht die Kameraden, drohte Helene mit dem Finger und ging dann davon, schneidig, eine elegante Offizierserscheinung. Seine schlanke Gestalt verschwand schnell im dunkelnden Gäßchen.