»Ich bin die Behörde,« sagte der Landrat scharf. Er ärgerte sich über die knappe Antwort dieses Menschen und winkte hochmütig ab: »Sie können jetzt gehen. Ich werde mich bald davon überzeugen, wie die Sache vorangeht!«
»Zu Befehl!« Des Schwarzen scharfes Auge, das hell war, graugrün, mit einem dunklen Ring um den Augapfel wie bei einem Falken, flog über die Drillichkittel; mit einem einzigen Blick umfaßte er sie alle. »Marsch!«
Die fünfzehn, ohne einen Moment des Besinnens, schulterten ihre Bündel, die sie im Stehen hatten sinken lassen. Trapp, trapp. Hart klapperten ihre groben Schuhe auf dem Steinpflaster.
Wie ein bissiger Hund, der seine Herde bewacht, bald nebenher, bald hinterher, lief der Aufseher. Finster waren die Blicke, die er auf neugierige Gaffer in der Straße schoß. Was blieben sie denn stehen und glotzten ihn und seine Kerls an? Es lief mancher Halunke noch frei in der Welt herum, der eigentlich hier zwischen die Drillichkittel gehörte!
»Voran, marsch!« sagte er noch einmal und schlug einen noch schärferen Trab an. Gehorsam fiel seine Schar in den gleichen Tritt.
Der Landrat stand noch und besann sich, ob er den Mann nicht noch einmal zurückrufen und ihm noch einige Instruktionen geben sollte, als auch schon der Trupp um die Krümmung der Längsstraße verschwunden war.
»Stramme Kerls, was?« sagte der Platzkommandant und stellte sich neben dem Landrat auf. »Und gedrillt wie Rekruten. Der Schwarze ist natürlich Unteroffizier gewesen; merkt man gleich, noch gute militärische Zucht drin!«
»Mag sein, aber ein sackgrober Kerl!« Es war etwas Gereiztes in Mühlenbrinks Ton.
Der andere lachte. »Alle Unteroffiziere sind grob, müssen grob sein, sonst sind sie nicht zu gebrauchen. Ich gehe jetzt zum Frühschoppen, kommen Sie mit? Fatal, mit dem Schwan ist’s heute nichts, wir müssen uns schon mit der Gans begnügen!« Der gemütliche Herr belachte seinen Witz. »Sie sind ja heute so schlechter Laune, Mühlenbrink, was ist denn los?«
»Geschäfte!« Der Landrat krauste die Stirn.