Heiliger Willibrord, ein Muster der Geduld,
Heiliger Willibrord, ein Heil der Kranken,
Heiliger Willibrord, ein Vater der Armen,
Bitte für uns, heiliger Willibrord!«
Bäreb wunderte sich im stillen, wie die Leute das alles so auswendig wußten. Ja, so mußte man’s können! Wenn nur ein wenig mehr Licht im Wagen gewesen wäre, sie hätte gern ihr Büchlein hervorgeholt und daraus die Litanei mitgebetet, so aber mußte sie sich darauf beschränken, nachzumurmeln, was die anderen vorbeteten.
»Heiliger Willibrord, ein Schild deiner aufrichtigen Verehrer,
Heiliger Willibrord, ein mächtiger Fürsprecher im Himmel,
Bitte für uns, heiliger Willibrord!«
In demütigem Glauben, in Liebe und Hoffnung wendete Bäreb ihr Herz dem Heiligen zu.
Die Fahrt wurde ihr gar nicht lang. Als ob das gemeinsame Gebet sie alle miteinander bekannt gemacht hätte und freundlicher und verträglicher gesinnt, so wurden die vorhin Rücksichtslosen teilnehmender. Der dicke Mann sagte: »Exkusört, eich drücken Euch wohl,« und rutschte zur Seite, und die Frau mit dem Kropf stellte ihren Henkelkorb zu Boden und zog dafür die Beine des Dores, der gern schlafen wollte, sich auf den Schoß: »Lägt dat schwer Könd noren unscheniert heihin – esu – der Läng lang, dat dat arm Könd eweil ebbes Schlaof kriet!«