„Nä, nä,“ stotterte Peter erschrocken; die gutmütige Stimme klang ihm wie die Posaune des jüngsten Gerichts. „Eweil sein ech noch net e su weit, ech — eweil — äwer bal — ech —“

„Ich glaube es wohl, das ist kniffelige Arbeit!“ Der Geistliche legte ihm selber die Entschuldigung in den Mund, Peter schnappte danach, wie ein Fisch nach dem Köder.

„Dat es et, dat es et,“ beeilte er sich zu versichern. „Ech arweiden Dag on Naacht, äwer —“

„Ich habe es gehört,“ unterbrach ihn der Pfarrherr freundlich. „Das ist brav, mein Sohn. Deine Arbeit wird schon wohlgelingen; Mariä Sohn selber“ — er wies hinauf zum Kreuz, das sie hoch und breit überragte — „wird dich in seine Fürbitte aufnehmen!“

Ein Stich ging Peter durch und durch, er fühlte, wie eine heiße Blutwelle ihm in’s Gesicht schoß; scheu sah er hinauf zu dem verzerrten Leidensantlitz.

Der goldne Glanz vom Himmel hatte sich gewandelt, rot wie Blut war er geworden und umspielte mit flammendem Schein die eingemeißelte Schrift. Sie flimmerte vor seinen Augen.

„Lao stieht wat,“ stammelte er und zeigte mit dem Finger hinauf. „Wat heißt dat?“

Amor me cruci affixit — Liebe hat mich an’s Kreuz geschlagen,“ sprach der geistliche Herr und wandte sich zum Gehen. Er nickte noch einmal zurück: „Guten Abend, guten Abend, ich komme in den nächsten Tagen selber zu Euch, Miffert, und sehe nach Eurer Arbeit.“ Mit segnendem Gruß hob er die Hand. Sein Brevier murmelnd, tauchte er hinter den Hügeln unter.

Einsam war wieder der Kirchhof; so still war’s um Pittchen, daß er das eigne Atmen als lautes Geräusch hörte.

Schwerfällig ließ er sich auf dem Sockel des Kreuzes nieder.