„Wat stiehste elao on hälst Maulaffen feil, Framensch?“ grunzte er sie an. „Siehste dann net, eweil stechen ech in der Bredullich. Ech sein net si—si—sicher, ech haon hei im Dr—Dreck geläjen — de — de ganz Naacht,“ schloß er weinerlich.

Er sah danach aus. Rock und Hose waren von oben bis unten beschmutzt, er hatte sich recht im Schlamm gesielt. Eine Mütze hatte er nicht; von nasser Erde verklebt, starrten seine Haare, ein paar Zotteln hingen ihm in’s fahle Gesicht. Seine Lippen waren blau, die Augen verglast, noch hatte er seinen Rausch nicht ausgeschlafen.

Ohne Wort beugte sie sich zu ihm nieder und hielt ihm die Hand hin. Er haschte mit seinen verklammten Fingern danach; so steif durchfroren war er, daß er sich kaum rühren konnte. Fast riß er auch sie hinab.

„Olau,“ grinste er, „dau willst e Küßche? Verliewt wie de Weibsbiller al!“ Er schmatzte mit den aufgesprungnen Lippen. „Küß mech, dau Leckermaul,“ — erschrocken fiel er zurück — „Dunnerwäder, dat Bäbb!“

„Miffert,“ sagte sie bestimmt, „seid net e su gäckig! Hei, faßt de Hack an! On hei es mein anner Hand! Däut[41] gäjen, däut! Ans, zwa un ans — ech trecken[42] Eich eruf!“

Sie stemmte die Füße ein und zog mit Kraft; unfähig, sich selber zu helfen, ließ er sich willenlos zerren. Nun hatte sie ihn oben, wie ein Klotz lag er am Rand auf den Knieen.

„Pittchen,“ sagte sie betrübt, „es et dann waohr, wat se im Dorf saon? Ihr sauft?! Pittchen,“ — sie faßte ihn unter den Achseln und stellte ihn auf die Füße — „ech haon et net glauwen wollen, wat se saon. Laoßt doch dat Tina laufen on de Fraleider al, bleiwt derhäm! Ihr rujiniert Eich. Wat haot Ihr dann von al Eirem Gäld?“

„Willste ebbes?“ lallte er und suchte nach der Tasche.

„Nä!“ Sie hielt seine Hand fest und sah ihn voll herzlicher Teilnahme an. „Ke Gäld! Ihr hatt mir als e su vill Gudes gedahn; Eire drei Dahler haon mer Säjen gebrach, ech mechten Eich davor —“

Er unterbrach sie mit einem lauten Auflachen: „Haha, Säjen! Säjen!“ Die Zähne klapperten ihm aufeinander, und er schauderte.