Sie sah ihn betroffen an und stotterte verlegen: „Mir — mir — hän haot gesaot, mir wollten lao erin giehn, lao —“
„Kreizgewieder!“ Schwer fiel Peter auf den Schemel und stützte den Kopf in die Hände. So saß er lange regungslos, wie aus Stein.
Sein Schweigen machte sich Zeih zunutze. Nun hatte sie Oberwasser; mit großer Geläufigkeit, halb ärgerlich, halb lachend warf sie ihm seine Grobheit vor. „Och Jesses, wann ech noren dän kleinsten Diskurs met anem haon, stracks bis dau e su schroh![45] Wat soll hän nau von ons denken, dän Hähr Schandarm?! Mer kann nie wissen, wie ei’m e su anen trillsen[46] on tribelieren kann; et es doch alleweil besser, mer haot ken Onverläjenhaat met der Owrigkaat!“
„Ken Onverläjenhaat met der Owrigkaat,“ sprach er ihr nach und schüttelte sich, als liefe es ihm kalt über den Buckel.
Von nun an bekomplimentierte er den Oberkailer höflich, wenn der Zufall ihn den in seiner Hütte finden ließ. Sein blasses Gesicht trug dabei aber einen so verbissenen Ausdruck, daß der schöne Gendarm es vorgezogen hätte, die Zeih draußen im Freien zu treffen; wäre es nur nicht gar so kalt gewesen! Der Miffert war ihm riesig ungemütlich, und ebenso war er’s dem Miffert; sie gingen beide umeinander herum, vorsichtig schnuppernd, wie Füchse um die Falle.
‚Es muß doch mal Frühjahr werden, auch in dieser verfluchten Gegend,‘ tröstete sich der Gendarm. Dann gab der Buchenwald einen angenehmen Ort für’s Stelldichein, es saß sich gut auf dem weichen Moos. Er hatte noch keinen Eifelwinter mitgemacht, und der dünkte ihn schier endlos, zum Sterben langweilig mit seinen ungeheuren Schneelasten, die das Bergland von jedem Verkehr abschnitten.
‚Eweil moß et bal Frühjaohr gänn,‘ tröstete sich auch Pittchen. Dann war das Wandern von Dorf zu Dorf nicht mehr so beschwerlich, man konnte ‚kommoder‘ über Land gehn und seinen Rausch gemächlich im Wald ausschlafen. — — —
„Frühjaohr,“ kreischten auch jubelnd die Weiber, als sie nun längs der Wiesen dahinliefen, um den Betrunkenen heimzuholen.
Ein feuchter Dunst stieg auf, ein Duft nach jungem Gras und erdiger Kraft. Sie atmeten mit geblähten Nüstern, ihre Gesichter waren rot, glühend vor Übermut. Mit einem Schrei riß sich Tina das Tuch vom Hals und ließ es wie eine Flagge in der Luft wehen.
„Frühjaohr! Hä, helao, Pittchen, wuh stichste?[47]“ Mit verschmitztem Lachen erhob sie einen durchdringenden Gesang: