„Dir wollt mech wohl pisacken?! Hei“ — er wies auf sein lahmes Bein — „dat es mer zu schanierlich, ech kann net e su trawalljen[9] wie en annern.“ Seine Stimme wurde kläglich: „Ech haon dat Wieh im Enkel; ech haon et met uf de Welt gebraach, lao es neist bei zo maachen!“

„Ojeh, Alfanzerei,“ schrie Mathesen Martin und schlug auf den Tisch, daß die Gläser sprangen, „wat micht dän for Fisematenten! Wieh im Enkel — haha, wän dat zweifelt![10] Laoß de Comedi, faules Luder! Schlaofen on erum lungern on de Weibsbiller karessieren, dat es sein Gu!“[11]

Miffert verzog keine Miene, er hatte die Ellenbogen aufgestützt und guckte in sein Glas.

„Hän es faul, faul, dat et stinkt!“

„Jao, jao,“ stimmte der vorhin zu Boden geworfne Laufeld eifrig bei. „Faul wie de Sünd! Sitzt im Dreck on röhrt sech net!“

„Ehnder gänn Brameln[12] Weinbeeren, als dat Pittchen arweiten duht,“ schrie irgend einer.

Die ganze Gesellschaft stimmte zu: „Jao, Brameln gänn ehnder Weinbeeren, hahahaha!“

Peter Miffert lachte selbst mit, ein lautloses Lachen, das ihn aber inwendig ordentlich stieß; er kniff die Augen zusammen und schüttelte sich.

„Waorom sollen ech mech e su afrackern,“ sagte er dann gutmütig, „dat Läwen es korz, mir haon nor einmaol Pläsir dervon. Wat de gaastlichen Hähren aach saon, wat mer haot, haot mer. Uf dat, wat mer versproch krieht“ — er lachte verschmitzt und stieß einen leisen Pfiff aus — „dat gilt en Dreck!“

Die Männer sahen ihn verdutzt an. Er ließ seinen schläfrigen Blick, in dem es zu funkeln begann, reihum gehen.