„Wer waaß, wie bal hän verspillt haot! Ech muß en Dauer met eich haon, ihr Leit, dat dir eich e su schindt. Awer jeden naoch senem Ehs!“[13] Er zuckte die Achseln.

Sie nickten betroffen. „Recht haot hän!“ Auf viele Gesichter lagerte sich ein plötzlicher Ernst; da waren Falten eingegraben, Furchen, wie im aufgewühlten Acker, die man vorher nicht gesehn.

„Mer moß sech schinnen, on wat haot mer dervon?“ murmelte der Densborn und ließ die Faust schwer niederfallen.

Eine Weile schwiegen sie alle, dann sagte der Densborn mit einem Seufzer: „Äwer et es doch emaol net anners. Hal dei dreckig Maul,“ schrie er plötzlich Pittchen an, „dau schandlusen Kerl.“

Dieser musterte mit pfiffigem Lächeln die stumpfen Gesichter. „Mer moß wissen, wän mer dreiwt, wann mer en Esel vor sech haot!“ sagte er.

Sie verstanden ihn nicht — was wollte er damit sagen? Sie sahen nur sein spöttisches Lächeln, und das genügte. Die Köpfe wurden rot, eine gewisse Unruhe fuhr in die Beine, Fäuste ballten sich heimlich.

Ein paar von den jungen legten sich herausfordernd über den Tisch. „Wat? Wat? Esel —?! Esel haot hän gesaot! Wän es dän Esel? Hä, saog dat noch ehs!“

Ein Murren ging von einem Ende der Stube zum andern. „Esel, Esel!“ Die Füße scharrten ungeduldig, die Augen funkelten, das Murren wurde grollender. Die schönste Prügelei schien in Aussicht.

Martin Mathes hielt schon drohend dem Miffert die Faust unter die Nase: „Maach!“

Pittchen duckte sich wie eine Katze. Aus seinen tiefliegenden Augen schoß ein versteckter Strahl, aber seine Stimme klang geschmeidig: „Wat willste? Wat haon ech dann gedahn?“