Er stöhnte auf in verzweifelter Wut. Mit einem Satz war er aus dem Bett und nebenan in der Kammer. Mit angstvoll prüfendem, scheuem Blick sah er sich um — nichts zu entdecken! Friedlich lag sein Handwerkszeug auf dem Tisch, das niedrige Öfchen stand an der Wand, der Schemel daneben. Sonst alles leer.
Erleichtert atmete er auf. Aber da, da in der Ecke, wo Lehm und Steine, von der bröckligen Mauer herabgefallen, einen Schutthaufen bildeten —?!
Stechend bohrte sich sein Blick dort ein. Und dann räumte er in fiebernder Hast den Schutt in eine andre Ecke, riß von der Wand noch mehr darauf herunter und ließ den schmutzigen Estrich der ersten Stelle unbedeckt. So war nichts verdächtig.
Draußen ging jemand in einiger Entfernung vorüber, dumpf hallten die Schritte. Was, was, paßten sie ihm gar schon auf?! Blitzschnell löschte er das Licht.
Mit angehaltnem Atem schlich er im Dunklen aus der Kammer in die Stube zurück, und aus der Stube an die Hausthür. Vorsichtig öffnete er sie spaltbreit und lauschte nach dem Dorf hinunter. Flimmernde Lichter und Hundegebell, verworrene Stimmen und Rufen und Lachen.
Blätter säuselten im Nachtwind, durch das Gras huschte etwas — er schreckte zusammen. Was war das?! Ach, nur eine Katze, die den geschmeidigen Leib über den taufeuchten Rasen zog und sich, leise raschelnd, unter’m nächsten Zaun verkroch.
Mit bebenden Fingern strich Pittchen das wirre Haar aus der Stirn; dann stahl er sich, gewandt wie die Katze, im Schutz der Hecken zum Dorf hinunter und, jeden Lichtstreif, der aus den Fenstern fiel, vermeidend, schlich er lauschend um die Häuser.
[XIII.]
Das Kreisblatt zu Wittlich hatte eine Warnung erlassen, und die genaue Beschreibung des falschen Thalers stand dazu gedruckt; auch im Dauner Kreisblatt war’s zu lesen.
Ein panischer Schrecken hatte die Bevölkerung ergriffen, manch Bäuerlein rannte nach der Wittlicher Sparkasse und ließ von den Sachverständigen daselbst seine paar Thälerchen prüfen. Sonst hatte man der Sparkasse nicht viel Vertrauen geschenkt; da schienen doch die Thaler viel sichrer daheim im Kasten, warm unter’m Bett, oder im Strumpf zu unterst in der Lade.