„Ich weiß nit, auf wat Sie anspielen, Herr Pastor, ich —“
„Ich habe Ihren Thaler in der Büchse gefunden,“ sprach lächelnd der geistliche Herr. „‚Zur Ausschmückung des Altars der Hochheiligen Jungfrau!‘ Zufällig schüttete ich gestern abend die Büchse aus; sonst thu’ ich’s nur alle halbe Jahr; es lohnt sich nicht eher. So was ist ein rarer Vogel unter all den Kupferpfennigen!“
„En Thaler —?! Von mir?! Dunnerkiel, ich bin doch nit toll! Wann’t noch en Buxenknopp jewesen wär’! Der Thaler is nit von mir.“
„Nicht von Ihnen?! Aber —“
„Ne, wahrhaftig in’s Gott nit!“
Verblüfft sahen sich beide an.
„Aber, aber“ — der Pfarrer faßte sich an die Stirn — „von wem kann der Thaler sein? Hier in Eifelschmitt?! Ein Thaler in der Kirchenbüchse?! Mir steht der Verstand still.“
„Dat jlaub ich,“ sagte trocken Herr Schmitz. „Mir scheint, der Spender von dem Thaler is nit e so weit. Wann einer zu fromm is, hört de Klugheit auf. Wat meinen Sie, Herr Pfarrer? Lassen mir mal jehen, ich möcht ihn mer doch emal ankucken, den —“ er machte eine Pause und sah den anderen bedeutungsvoll an — „den Thaler!“
Und sie gingen. Der geistliche Herr fast widerwillig, in sich gekehrt, ohne Wort, nur ab und zu den Kopf schüttelnd. Schmitz eilig, in einer gewissen neugierigen Spannung.
In des Pfarrers Studierstube ließ er sich mit einem Seufzer der Erleichterung in den alten Ohrensessel fallen. „So, nu zeijen Se mal her!“