„Wat gitt et hei?“ rief sie hell. „Ruhig, Pitter! Dao haste ebbes!“ Sie teilte dem ersten, der wieder auf sie eindrang, eine Maulschelle aus, halb scherzhaft, halb im Ernst; jedenfalls zeichneten sich alle ihre fünf Finger auf der Wange des Getroffenen ab.
„Dunnerkiel!“ Der Mann fuhr zurück und rieb sich das Gesicht.
„Kuckste,“ lachte sie heiter, „dat kömmt dervon! Laoßt de Dommhaaten, heit wolle mir Pläsier haon, ihr Mannsbiller!“ Aus ihren schönen runden Augen sandte sie einen vollen Blick über die ganze Gesellschaft, ihre weißen Zähne blitzten, ihre Stimme übertönte allen Lärm. „Jesses, die Mannsleit, e su ebbes! Haha! Haun sech wie de Könner! Hahahaha!“
Sie wollte sich ausschütten vor Lachen; ihre gesteiften Röcke raschelten, ihr braunrotes Sonntagskleid, das sich knapp über die volle Brust spannte, krachte in allen Nähten. „Hahahaha!“ Wieder das Lachen. Es klang so lustig, so leichtherzig; es wirkte ansteckend, die Mäuler zogen sich breit, alle Gesichter grinsten. Die geballten Fäuste thaten sich auseinander oder versenkten sich in die Hosentaschen.
Frau Lucia ersah ihren Vorteil; wieder sandte sie einen vollen Blick umher und wiegte sich lachend in den Hüften.
An der Thür standen die anderen Weiber zusammengedrängt, jetzt wagten auch sie sich heran; jede packte ihren Mann unter dem Arm, die Mädchen hingen sich an die Burschen. „Danzen! Danzen!“
Wie gerufen tönte in der Ferne Musik.
„Muhsik! De Muhsik!“
Das waren die Musikanten von Manderscheid, fünf Mann hoch kamen sie eben vom Berg herunter. Sie spielten sich selber zum Einzug was auf.
„De Muhsik kömmt! Helao, de Muhsik!“ Die Kinder auf der Straße stießen ein gellendes Freudengekreisch aus, pfeilgeschwind rannten sie den Fünfen entgegen, umringten sie und begleiteten sie hüpfend und jauchzend zur Wirtshausthür.