Bäbbi sah verweint, aber doch strahlend aus; der Bursche weniger strahlend, mit einer gewissen gleichgiltigen Energie gewappnet. Sie hatten heut einen schweren Stand gehabt, den ganzen Nachmittag hatten sie bei den alten Schneidersch um die Kammer neben dem Stall gebettelt; da sollte die junge Frau wohnen, wenn der Mann wieder über alle Berge war.

Noch schluckte Bäbbi an ihren Thränen, aber stolz erhobnen Hauptes ging sie an der Hand ihres Lorenz — wer konnte ihr jetzt etwas nachsagen?!

In der engen Thür stießen sie mit den Mifferts zusammen, etwas unsanft prallte Pittchen gegen die Braut. Sein Mund verzog sich, er zwinkerte pfiffig. „Helao, dat Lenzen Bäbb! Ech dachten, et wär en Luftballon!“

Lucia kicherte.

Lorenz schnob ihn wütend an: „Kehr vor deiner Diehr! Duh nor net e su, als ob dat Zeih alleweil uf ’m Extrastiehlche gesäß hätt. On dau, dau sollst et doch sälwer wissen, dau Schörzenhänker —“

„Still biste!“ Lucia legte ihm die Hand auf den Mund. „Net e su onmanierlich, mein Jong!“ Ihre weichen, wenig verarbeiteten Finger drückten fest und warm, jedes zornige Wort starb dem jungen Mann auf den Lippen.

„Neist for ongud,“ murmelte er. „Laoß los, Zeih!“

„Ech gradelieren der, Lorenz,“ sagte sie freundlich; und dann sich mit ihrem strahlenden Lächeln zu Bäbbi wendend, schüttelte sie der herzlich die Hand. „Ech gradelieren der, Bäbb, dau sollst glöcklich gänn!“

„Merci!“ Das Mädchen brachte den Mund nicht zusammen, die Gratulation machte ihr so viel Vergnügen. „Mir maachen kein groß Hochzeid,“ sagte sie dann wichtig, „en Stöcker fünneszehn oder zwanzig; äwer wenn dir forliew nehme wollt, et soll ons freien!“

„Merci!“ Die Miffert knixte zierlich. „Met Verlöw, mir sein gären von der Pardi!“