„Eweil giehn ech,“ sprach er und stand auf.

„Noch net!“ Sie hing sich an ihn, von einer verzweifelten Angst erfaßt. „Dau has noch Zeid, bleiw“ — krampfhaft packte sie seine Hand — „bleiw noch ebbes!“ Sie schrie laut auf: „Nor ein Minut!“

„Nä!“ Er machte sich los. „De anneren waarten!“

„Ech siehn dech gewiß net widder — Jesses Mari Juseb — ech graulen, wann ech stärwen moß!“

„Dommhaaten!“ Mit verzognem Mund versuchte er zu lachen. „Haal dech gesond, on schreiw bal, hörste?! Adjes, Bäbb!“ Er setzte sich den Hut auf und griff nach seinem Bündel, mit dem freien Arm zog er sie an sich. „Jesses, Bäbbchen, kreisch net e su! Bäbbchen, biste gäckig?! Bäbbche, mei liew Bäbbche!“

Wütende Küsse brannten auf seinem Mund, glühende Thränen flossen auf seine Wange, zitternde Arme hielten ihn umklammert. Mit Gewalt machte er sich endlich los.

Ganz benommen taumelte er zur Thür — noch ein Blick zurück, noch ein Kopfnicken — nun stolperte er über die Schwelle. Nun war er fort.

Sich aufbäumend stand das junge Weib in der Kammer — da, horch! — noch einmal seine Stimme! Er nahm Abschied von Vater und Mutter. Jetzt eilende Tritte — jetzt nichts mehr!

Mit furchtbarem Schreien warf sie sich vor der Bettstatt auf die Kniee und verbarg das Gesicht in dem noch warmen Kissen. —

Am Wirtshaus trafen sie sich alle; Lorenz war der letzte. Sie foppten ihn, daß er sich nicht hatte trennen können. Auch viele Frauen und Mädchen waren hier, die den Männern das Geleit geben wollten; mit verstörten Gesichtern und fröstelnd standen sie umher.