Über Schwarzenborn stand die Sonne; und sie wanderten mitten hinein in die Flut von Licht. Der Goldglanz fiel auch auf die grauen Gesichter; die der Männer erhellten sich, die Frauen bedeckten die Augen mit der Hand.

„Voran gemaach,“ rief der Densborn und hob mahnend die Hand. „De Sonn’!“

Und Lorenz stimmte den ‚Abschied‘ an; er mußte singen, da saß was auf der Brust und in der Kehle, das mußte weg.

Er schmetterte der Sonne entgegen:

„Der, der, der, on der Abschied fällt mir schwer!
On die, die, die, on die Abreis’ noch viel mehr!
Also fällt mir dieser Trost noch ein,
Ech kann net immer an einem Ort sein,
Mein Glück muß ech probieren,
Marschieren!“

Sie sangen alle mit:

„Hinaus, hinaus, zum engen Thal hinaus!
Wir haben hier gehauset im besten Saus und Braus;
Wir wünschen euch zu guterletzt
Ein andern, der die Stell ersetzt,
Damit sei’n alle Wunden
Verbunden!“

Gegen den Schluß fiel der Gesang schon etwas auseinander; die Weiber schluchzten, der einsame Busch war nah. Da war manch einer, der ein wenig zurückblieb und die Seine auf offener Straße umfing.

Die junge Tina hing Thomas Laufeld am Hals; er hatte sie in den Chausseegraben, hinter ein vorspringendes Stück Fels gezogen, da küßte er sie noch ordentlich ab. Die Augen funkelten ihr im Kopf, bei ihren Küssen biß sie, bei ihren Umarmungen kniff sie; immer, wenn sie ihn schon losgelassen hatte, stürzte sie sich noch einmal auf ihn.

Ihre kleine Schwester, die mitgelaufen war, zog sie am Rock: „Komm ehs, Tina!“