Die Thür ging auf; ohne ein ‚Herein‘ abzuwarten, steckte Tina Pötsch den Kopf in die Stube. Schlau lächelnd sah sie sich um.
„Es dat Zeih net derhäm?“
„Nä!“ Er sagte es ziemlich grob; sie kam ihm ungelegen, er hatte so viel nachzudenken.
Wie ein Kätzchen schlich sie sich näher, ihre Augen funkelten. „Es dat Zeih metgemaach bis nao Manderscheid?“
Woher wußte sie das? Er sah sie verwundert an.
Sie sagte nichts, aber ihr Lächeln verriet sie. Aha, die hatte aufgepaßt!
Sie stand vor ihm, den Kopf zur Seite geneigt, und blinzelte ihn an. Er konnte nicht umhin, sie hübsch zu finden; das helle Kopftuch stand ihr gut zu dem bräunlichen Gesicht, einen Mund hatte sie, so rot wie eine Kirsche.
„Wolltste ebbes vom Zeih?“ fragte er viel freundlicher.
„Nä, von Eich,“ sagte sie keck, hob ihren Rock auf und krabbelte lange in der Tasche ihres Unterrocks. Dabei wandte sie keinen Blick von ihm und lächelte ihn an mit ihrem Kirschenmund.
Endlich brachte sie ein kleines Packetchen zum Vorschein, mit spitzen Fingern wickelte sie die Zeitungspapierfetzchen auseinander. Ein Schmuckstück war darin, ein vergoldetes Kreuzchen, die Gestalt Christi als winziges Püppchen hing daran.