Die Zeih, ja die — hin, schnell! Der mußte er das Scharmuzzieren legen. Nur schnell, sehen, was die macht! Dann hin nach Oberkail.
Dicht vor’m Wirtshaus stieß er auf Tina. Sie trug einen Kamm mit großen, blauen Steinen im Haar und ein bunt-schottisches Knüpftüchelchen um den Hals. Sie schlenkerte den Rock und drehte sich; sie wurde alle Tage hübscher, das sah er doch.
„Pittchen,“ rief sie und lachte, daß alle ihre Zähne blitzten. „Eweil sein ech fein, gäl? Dän Kamm haon ech gekaaft, dat Düchelchen“ — sie verdrehte die Augen in der fruchtlosen Anstrengung, sich selber zu bewundern — „dat haon ech zukritt.“
„Maanswäjen,“ brummte er.
„Pittchen,“ — schon hing sie schmeichelnd an seinem Arm — „kaaf mer noch ebbes!“
Ohne etwas zu sagen, schüttelte er verneinend den Kopf.
„Dau moßt — Pittchen, nor e klaan Andenken.“ Schnell sah sie sich um, dann strich sie ihm rasch über die Backe, ihr Ton war bittend: „Pittchen!“
„Ech haon ke Gäld!“
„Dau Lappes!“ Sie stieß ihn von sich, daß er gegen die Hauswand taumelte.
Mißmutig trat er in die Schenkstube. Da saß der Reisende auf dem einzigen Polsterstuhl des Hauses, und auf der Bank, dicht neben ihm, die Zeih. Sonst war kein Mensch im Zimmer.