Der Reisende lächelte, und Lucia kicherte.

„Eweil maachste en End!“ Miffert schlug auf den Tisch, daß die Gläser klirrten.

„Seien Sie doch nicht ungemütlich.“ Der Reisende zwinkerte der jungen Frau zu und klopfte dem Erregten auf die Schulter. „Ich bitte Sie, Herr Miffert, was ist denn da lange Überlegens?! Ich will Ihnen gern entgegenkommen; Sie zahlen mir jeden Monat einen Thaler ab, das merken Sie gar nicht, in achteinhalb Monaten sind wir quitt.“

„Nä.“ Peter sah unschlüssig zu Boden, aber er bemerkte doch, wie die Zeih den Herrn zupfte.

„Wahrhaftig kein Geschäft! Ich will Ihnen noch mehr entgegenkommen — ’s thut mir wahrhaftigen Gott leid, daß die junge Frau nicht das Plaisir haben soll — den halben Monat, die fünfzehn Groschen will ich gar nicht von Ihnen haben. Nur acht Thaler! Halb geschenkt! Menschenskind, seien Sie doch nicht so stierköpfig! Wenn ich so’n hübsches Weibchen hätte — gelt, mein Kind?!“ Er kniff Lucia in die tiefgerötete Wange.

Peter fühlte einen bitteren Geschmack auf der Zunge; das Blut wallte ihm so jäh zu Kopf, daß seine Augen undeutlich sahen. Ein wirres Durcheinander wogte um ihn, durchschossen von feurigen Punkten. Und die feurigen Punkte fügten sich zu Buchstaben: Geld, Geld! — Und aus allen Ecken kreischte es: Geld, Geld! — — — — — — — — — — — — —

Lucias erwartungsvolles Gesicht tauchte dicht vor ihm auf: „Gäl, Pittchen, eweil kaafste’t?“

Sie lächelte ihn an; nun spielte sie mit seiner Hand und puffte ihn mit dem runden Ellbogen leicht in die Seite. „Pittchen!“ Tausend Bitten, tausend Versprechungen lagen in dem einen Wort!

„Acht lumpige Thaler! Seien Sie doch nicht so ungalant!“

„Hol mech der Deiwel, här met dem Kleid!“ Peter wußte kaum mehr, was er sprach. „Äwer uf Ahfzaohlung will ech net, mir sein kein Lumpenpackasch. Här met dem Dreck — wat kost de Welt, ech will se zaohlen!“