„Warum nicht gar?!“ Der Reisende zog sie mit Gewalt nieder. „Jetzt bleibst du erst recht hier, mein Schätzchen!“

„Ech moß hän hämführen. Hän könnt en Malör kriehn, mei Pittche!“

„Der?! Haha! Wenn er im Dreck liegt, wird er schon aufstehn. Donnerwetter, was der Wind heult! — Scheert Euch fort, alte Madam, so verlegne Ware wird nicht mehr verlangt — haha! — — — auf meinen Schoß, schöne Zeih!

Dann setzen wir uns hin
Wohl auf das Kanapee — —“

[VII.]

Erster Flatterschnee war gegen Morgen gefallen, in die Lachen und Pfützen gesunken und da zerflossen; aber er strömte, auch nicht mehr sichtbar, eine winterliche Kälte aus. Er steckte in der Luft, die naßkalt und scharf wie mit Messern schnitt; er dräuete in dem Himmel, der gleichmäßig grau und schwer über’m Thal hing.

Verschrumpelter schienen die wenigen Blätter, die Ebereschen hatten ihre letzten Beeren verloren; Krähen kamen unruhig von den Bergen herunter und saßen krächzend auf den Dachfirsten.

Wer kein Reisig aufgestapelt hatte, fror; die Hütten waren dumpf wie die Keller.

Peter Miffert lag noch im Bett; die zerlumpte Decke hatte er bis an die Nase gezogen, aber er schlief nicht. Mit düstren Augen starrte er nach Lucia, die am kalten Herd saß, das Kind an der Brust.

Sie hatte sich einen alten Deckenfetzen um die Schultern gehängt, fröstelnd zog sie ihn fest um sich. Sie war ganz blaß, nur ihre Nasenspitze rot verfroren; jetzt nieste sie, und das Josefchen hustete.