Peters Stirn zog sich in noch tiefere Falten; über der linken Braue hatte er eine mächtige Beule, das Auge war schwarz-blau unterlaufen. Der Kopf schmerzte ihn und war so schwer wie ein Wackelstein; er stöhnte.
„Willste ebbes, Pittchen?“ Zeih sah nach ihm hin.
„Et es kalt, — brrrr.“ Er klapperte mit den Zähnen.
„Ech hoan ken Holz.“
„Verflucht!“ Peter drehte sich nach der Wand um und sprach nicht mehr.
Sie sagte auch nichts.
In der Stube war’s frostig, noch frostiger durch das Halbdunkel, das darinnen herrschte; Zeih hatte einen Lappen vor das Fensterchen gehängt, sonst pfiff der Wind allzu ungehindert durch die Ritzen. In trauriger Mißfarbe schimmerten die nackten Wände, hie und da war der Bewurf abgebröckelt, und der rohe Stein kam zum Vorschein. Im Estrich waren tiefe Mulden ausgetreten. Der Holztisch war lange nicht gescheuert, Bank und Schemel auch nicht; auf dem Tellerbord standen die Schüsseln zerbrochen.
Lucia gähnte, es war ihr recht öd im Magen; prüfend sah sie sich um — war denn gar nichts da, um die Flauheit wegzubringen und den Hunger, der allmählich anfing, ihr den Magen zusammen zu krampfen? Ein warmer Kaffee würde ihr gut thun. „Ha!“ Sie schmeckte ihn schon in Gedanken.
Leise, um ihren Mann nicht zu stören, schlich sie auf den Zehen an den Tellerbord. Auch nicht eine Bohne mehr in der Düte, kein Happen Brot mehr da!
Trübselig starrte sie vor sich hin; da fiel’s ihr plötzlich ein, hatte der Peter nicht was gewonnen, gestern abend beim Kartenspiel? Daß sie das vergessen konnte! Ja, einen Thaler, einen ganzen harten Thaler! Vor Freuden machte sie einen Satz, daß ihr das Kind fast aus den Armen geglitten wäre; sie lief an’s Bett.