„Dat Tina, dat frech Mensch,“ murrte Peter und kratzte sich mißmutig hinter den Ohren. „Ech giehn net nao Oberkail, ech haon ken Zeit!“

„Olau!“ Lucia lachte ihm in’s Gesicht, und dann sagte sie ernsthafter: „Dän Küster waor hei, hän wollt kucken, wie weit datste als met dem Kronleuchter wärst. Hän wollt et absolut wissen; hän saot, dän Hähr Pastor däht em schicken. Mir wollten in de Kammer kucken, mir haon versucht —“

„Onnerstieh dech noch ehs!“ Peter fuhr sie so heftig an, daß sie betroffen zurückwich. Mit großen Schritten eilte er zur Kammerthür, zog den Schlüssel aus seiner Tasche und stieß ihn in’s Schloß; dann krachte er hinter sich zu. Zeih hörte, daß er zweimal herum zuschloß.

Er blieb sehr lange in der Kammer; als sie ihn zur Abendsuppe rief, war ein dumpfes Grunzen seine einzige Antwort.

Sie klopfte und schlug gegen die Thür. „Pittchen, hörste dann net? Pittchen! Eweil sollste kommen, Pittchen!“

Urplötzlich, mit einer solchen Vehemenz trat er heraus, daß er ihr die Thür gegen den lauschend vorgeneigten Kopf stieß. Er beachtete nicht, daß ihr die Thränen in die Augen schossen; stumm und hastig schlingend, verzehrte er am Herdrand das Mus und die paar vom Mittag übrig gebliebenen kalten Schalenkartoffeln.

Als er satt war, kam eine ruhigere Stimmung über ihn; er ließ seinen heißen Kopf, wie erschöpft, an Lucias Schultern sinken und umfaßte ihren Leib. „Dat waor en Strawatz,“ stieß er unwillkürlich heraus, „hährjeh!“

„Wat dann?“ fragte sie zerstreut; sie dachte nur an den morgenden Tanz.

Ohne zu antworten, wühlte er den Kopf immer tiefer.

Sie strich mechanisch über sein Haar, vor ihren Augen drehten sich die Tänzer.