und eine furchtbare Fratze dazu gemalt.

Die liebe alte Kaserne! Mochten andre die Nase rümpfen über Mäuse und Ratten und Wanzen – pure Verleumdung! In der Kaserne war’s gut sein.

O Gott, wenn sie einmal wo anders wohnen müßte! Die Thränen schossen ihr plötzlich in die Augen, ein seltsames Angstgefühl erfaßte sie.

Als sie die knarrende Stiege hinaufkletterte, öffnete die Mutter oben die Stubenthür.

»No, Fina, endlich! Wo bleibste dann heut’ so lang?« Und leiser raunte sie: »Et is Besuch drin, de Conradi! De hat Urlaub bis morjen früh!«

»Jesus!« Mehr sagte Josefine nicht; sie war zu Tode erschrocken.

»Du brauchst ihn ja nit zu nehmen, wannste nit willst,« flüsterte die Mutter noch rasch. »De is ja reformiert, nit viel besser wie ene Jud’. Du kriegst noch lang ’ne andre!«

»Ich will jar keinen,« stieß Josefine heraus, und dann trat sie in die Stube.

Conradi saß beim Vater am Tisch, das flackernde Kerzenlicht fiel auf seine Gendarmerieuniform. Bei der Begrüßung lag Josefines Hand ohne Druck in der seinen, aber er merkte es nicht. Er war zu froh, denn gestern abend hatte er die Nachricht bekommen: eine feste Anstellung in Vohwinkel! Eigentlich sollte er gleich heute antreten, aber er hatte sich noch den einen Tag frei gemacht und war hierher geeilt.

»So pressiert es?« sagte der Feldwebel. »Na, Kamerad, ohne Ihn können die Vohwinkler wohl keine Nacht mehr ruhig schlafen? Ja, so’n strammer preußischer Sergeant – was?« Er lachte in sich hinein und hob sein Glas: »Na, Kamerad, zum Wohl!«