Noch mehr Schüsse.

Und nun plötzlich Fackelglanz draußen im Dunklen: ein ganzer Trupp Menschen zog vorüber, Männer, Jünglinge, Knaben.

Und nun Freudengeschrei: »Illuminieren! Bürjer, Lichtches eraus! Hoch de König! Vivat, de soll leben! Lichtches eraus, Bürjer, illuminieren!« Die Stimmen gellten durcheinander.

Das war ein Trappeln und Rennen, ein Pflasterdröhnen; die stille Ratingerstraße belebte sich wie durch Zauberschlag.

Hunderte von Menschen. Nun trabte ein Rudel Jungen heran:

»Hä küt, hä küt! Hoch de San Sebastian-Schützeverein! Hoch de König! Hoch, hoch, hoch!«

Ein paar Stadtmusikanten fiedelten und bliesen aus vollen Backen. Jetzt brausende Jubelrufe – der Chef von St. Sebastian erschien, fast wankend unter der Wucht der schwarz-rot-goldnen Fahne. Jubelnd, jauchzend, singend umringten ihn die Schützen. Heute marschierten sie nicht in Reih’ und Glied, heute lief jeder wie er wollte und schwamm auf Freudenwogen.

»Düsseldorfer Bürger, Stadt illuminieren!« Von allen Seiten tönte das Verlangen, der Rheinwind trug den Ruf weiter.

Und Menschen, Menschen, froh erregte Menschenscharen.

Und Freudenschüsse vom Mühlenplätzchen, vom Burgplatz, vom Markt her; nach dem Rathaus drängte die Menge.