Es kämpfte in ihrem Gesicht, und dann kamen die Thränen, schluchzend stieß sie heraus: »Wir – fürchten – dich – alle –! Weil wir dich fürchten!«

Er starrte sie entsetzt an: »Du – auch?!«

Sie gab keine Antwort.

Er stand gegen den Tisch gelehnt, als müsse er sich stützen. Jetzt fuhr er sich langsam mit der Hand über die Stirn, über das ganze erblaßte Gesicht.

»Also du – fürchtest mich auch,« sagte er tonlos. »Mein Gott, mein Gott!« – Dieses flüsterte er nur noch in sich hinein, wie ein heimliches Stoßgebet. – »Sie fürchten mich alle. Alle. Herrgott, nur diese eine hier laß mir – die Josefine! Sie soll mich nicht fürchten!«

Sein Blick verdunkelte sich, brennend schoß ihm etwas Heißes in’s Auge.

Josefine sah es.

»Vater!« schrie sie, lief auf ihn zu und zog ihm die Hand herunter. »Ich sag’ et ja, ich sag’ et! Nein, ich fürcht’ dich nit! Vater, mach kein so traurig Jesicht! Ja, ich bin mit dem Viktor jejangen – wir haben uns lieb« – ein Ausdruck des Entzückens verklärte ihr Gesicht – »ach, janz schrecklich lieb! – Ne, lügen will ich nit mehr, dadrum sollste dich nit jrämen! Meinswejen schlag mich – ich kann nix dafor, ich hab’ ihn so lieb!«

»Hm, ja – so sehr lieb?«

»Och ja, och ja!«