Da zog er hin! Mit raschem Schritt lief sie hinterdrein.
Flüchtig berührte ihr Fuß kaum das Pflaster, eine Todesangst riß sie fort – wenn ihm ein Leid geschah! Wenn sie ihn in die Kaserne zurückbrachten, das Haupt vom Beilhieb zerschlagen, aus Stichen blutend, die ihm ein Strolch versetzt!
Eine heftige Wut ergriff Josefine gegen das Volk, das sich so vergaß. Sie ballte die Fäuste in ohnmächtigem Zorn: Drauf, wackere Soldaten, drauf!
Mehrere Bürger stürzten an ihr vorüber, die zu flüchten schienen. Aha, jetzt rannte schon das feige Gesindel!
Einer schrie: »Barrikaden, se bauen Barrikaden, se reißen dat Pflaster auf!«
»Wo, wo?«
»Da – da!« Er hob den Arm und zeigte im laufen zurück, von wo er gekommen. »Am Stadtbrückchen – an der Allee – ich weiß nit – da – da! Jesus Maria, se schießen, se schießen!«
Grell pfeift ein Signal – eine Gewehrsalve knattert – wo schießt es, wer schießt?!
Hurra, die Soldaten! Josefine glühte, ihre Blicke flammten begeistert auf. Die Soldatentochter war jäh in ihr erwacht.
Horch, Pelotonfeuer! Von weitem antwortet Kanonendonner. Und jetzt Pferdegetrappel – hei, die Ulanen rücken auch schon zur Stelle! Hurra, die Soldaten, die tapferen Soldaten, die schaffen Ruh’!