»Wo ist der Kerl? Wir haben ihn hier herein fliehen sehen. Ihr habt ihn versteckt?!«
»Ne, och ene, ich weiß von nix, och Jott, och Jott!«
»Doch, er muß hier sein – keine Ausflüchte!«
»Och Jott, och Jott! Jesus Maria Josef!«
»Sucht, sucht!« Der Leutnant feuert die Soldaten an, und dann stößt er in ausbrechender Wut die jammernde Alte beiseite: »Gesindel, steckt alles unter einer Decke! Gebt ihn heraus!«
»Jetzt werd’t Ihr füsiliert,« sagt ein Soldat mit breitem Grinsen und schlägt das Gewehr auf die Alte an. Halbtot vor Angst sinkt das Mütterchen in die Kniee, sein schwacher Aufschrei zetert durch’s Haus.
Ein andrer Schrei folgt: »Viktor!«
Aus dem dunkelsten Winkel der Wirtsstube ist eine Gestalt hervorgestürzt, eine junge Frauensperson mit flatternden Haaren und zerfetztem Rock; ihre Augen sind überweit aufgerissen, wie irr stieren sie aus dem todblassen Gesicht. Die Arme abwehrend vorgestreckt, wirft sie sich zum Schutz vor die Alte.
Und wieder gellt ihr Schrei, halb wahnsinnig vor Zorn, Empörung und zitterndem Schmerz: »Viktor!«
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